Technologie
Gebaut für Standorte, an denen kein Netz ist.
Die meisten vernetzten Wildkameras setzen ein Mobilfunknetz voraus. Genau das fehlt auf einem großen Teil der Flächen, die überwacht werden müssen. Unsere Auslegung dreht das um: schmalbandiger Funk zum Empfangspunkt, dafür Bewertung direkt auf der Station.
Die Kette vom Gelände zum Bericht
Eine Station besteht aus Kamera, Bewegungssensor, Funkmodul, Uhr und Solarversorgung in einem wetterfesten Gehäuse. Löst der Bewegungssensor aus, nimmt die Kamera auf und ein Modell auf dem Gerät entscheidet zuerst grob: großes Säugetier, kleines Säugetier, Mensch oder Fahrzeug, oder Fehlauslösung. Der weitaus größte Teil aller Auslösungen ist eine Fehlauslösung und wird gar nicht erst gesendet.
Bleibt ein relevantes Ereignis übrig, geht ein Vorschaubild mit dem Klassifikationsergebnis an den Empfangspunkt und von dort weiter. Die Bestimmung auf Artniveau erfolgt anschließend zentral, wo genug Rechenleistung für ein größeres Modell vorhanden ist. Jede Zuordnung bleibt mit Bild, Zeitpunkt, Koordinate und Konfidenzwert belegt.
Warum die Prüfkette wichtig ist
Eine Prüfstelle akzeptiert Daten nicht, weil sie plausibel aussehen, sondern weil sich ihre Herkunft nachvollziehen lässt. Deshalb wird jede Beobachtung mit einer Prüfsumme in einer fortlaufenden Kette abgelegt: Nachträgliche Änderungen an einem älteren Eintrag würden die Kette brechen und sind damit erkennbar. Modellversionen werden mitversioniert, sodass später nachvollziehbar bleibt, welcher Stand welche Zuordnung getroffen hat.
Offene Formate statt Datensilo
Beobachtungsdaten werden nach Camtrap DP und Darwin Core exportiert — beide von Biodiversity Information Standards (TDWG) gepflegt. Das ist der Weg, auf dem Daten in Fachauswertungen und gegebenenfalls in GBIF gelangen. Für Sie heißt das vor allem: Sie sitzen nicht in einem Format fest, das nur wir lesen können.
Offene Referenzentwürfe
Hardware- und Firmware-Referenzdesign veröffentlichen wir unter offenen Lizenzen. Das ist kein Idealismus, sondern eine Antwort auf das Vertrauensproblem des Marktes: Eine Monitoringgrundlage, die niemand außer dem Anbieter prüfen kann, ist in einem Auditkontext wenig wert. Unser Geschäft ist der Betrieb, nicht das Geheimnis.
Häufige Fragen
Was uns am häufigsten gefragt wird.
- Funktioniert das ohne Mobilfunkabdeckung?
- Ja — das ist der Kern der Auslegung. Die Stationen senden per Funk im 868-MHz-Band an einen Empfangspunkt, der einen ganzen Talabschnitt bedient. Nur dieser eine Punkt braucht eine Anbindung. Kompensations- und Schutzgebietsflächen liegen häufig dort, wo kein Mobilnetz ist.
- Wie kommen Bilder über eine so schmale Funkstrecke?
- Gar nicht vollständig, und das ist Absicht. Die Station bewertet das Ereignis vor Ort und überträgt zuerst nur ein kleines Vorschaubild mit dem Klassifikationsergebnis. Höher aufgelöste Bildausschnitte werden nur nachgefordert, wenn sie gebraucht werden.
- Wie lange hält eine Station ohne Wartung?
- Ausgelegt ist sie auf ganzjährigen Betrieb mit Solarversorgung, mit Reserve für Schlechtwetterperioden im Hochwinter. Wie oft tatsächlich jemand hinaus muss, ist eine der Fragen, die die Pilotstaffel 2026/27 beantworten soll.
- Was passiert, wenn eine Person ins Bild läuft?
- Personen werden bereits auf der Station unkenntlich gemacht, bevor etwas gespeichert oder übertragen wird. Serverseitig läuft eine zweite Prüfung. Für den Betrieb liegt eine Datenschutz-Folgenabschätzung vor.
- Gehören uns die Daten?
- Ja. Sie behalten die Rechte an den Beobachtungsdaten Ihrer Fläche und können sie jederzeit vollständig exportieren — in offenen Formaten, nicht in einem proprietären Container.